Das Jugend- und Freizeitheim in Wörde
Es gibt nicht viele Vereine, selbst wenn man über die Grenzen Wuppertals hinausschaut, die eine Einrichtung ihr eigen nennen können, wie sie der BTV mit dem Jugend- und Freizeitheim Wörde besitzt. Die Initiative zum Bau des Hauses, das zwischen Meinerzhagen und Bergneustadt in landschaftlich reizvoller Umgebung liegt, ging von der Ski-Abteilung aus.
Die BTV-Wintersportler waren, angeregt durch die gemütlichen Hütten und Heime befreundeter Vereine, in denen sie im Laufe der Zeit zu Gast waren, auf die Idee gekommen, eine eigene Einrichtung dieser Art zu schaffen. Gemütlich sollte sie sein und in schneesicherem Gebiet liegen.
1972 hatten die Flachland-Alpinisten von der Wupper das Grundstück in Wörde ausgeguckt. Ein Jahr später richtete die Ski-Abteilung an den Vorstand ganz offiziell den Antrag, mit finanzieller Hilfe des Vereins und in Eigenleistung eine Ski-Hütte zu bauen.
Der Vorstand unter Oscar Seeling war mit dem Antrag zwar spontan einverstanden, wollte allerdings kein Ski-Hütte. Ein richtiges solides Haus sollte es sein. Besondere Erwähnung verdient in Zusammenhang mit der Realisierung des Heimes das persönliche Engagement des damaligen BTV-Geschäftsführers Ludwig Engelmann, der sich mit ganzer Kraft sowohl im Planungsstadium als auch später bei der Ausgestaltung einsetzte.
Welche Konsequenzen der Wunsch des Vorstands nach einem richtigen Haus für die Initiatoren Herbert Briker, Herbert Morgenroth, Harald Pitsch, Horst Werner und Jürgen Hilgenberg letztendlich hatte, wurde den Genannten erst während der eigentlichen Bauarbeiten klar.
Im Sommer 1974 rückte die "Baukolonne" aus der Ski-Abteilung in Wörde an. "Fortan hieß es", so Jürgen Hilgenberg, "mit ungewohnten Werkzeugen umzugehen, Lasten schleppen, die eigentlich nicht zu schleppen waren und dabei schlechtes Wetter einfach zu ignorieren. Es gab für uns keine Samstage, Sonntage oder Feiertage mehr. Weihnachten blieb die Ausnahme."
Die Zahl der Helfer schrumpfte, zum guten Schluß blieben im wesentlichen die genannten fünf Aufrechten, die es in Wörde jeder auf über 2.500 Arbeitsstunden brachten, übrig. Die Einweihungsfeier am 17. September 1977 entschädigte schließlich für die vielen Strapazen.
Nach wie vor wird das Jugend- und Freizeitheim Wörde von der Ski-Abteilung verwaltet und instandgehalten. Heimwart Hilgenberg kann sich über Nachfrage eigentlich nicht beklagen. Viele Abteilungen nutzen das 28-Betten-Haus, zu dem inzwischen ein kleines Sportfeld mit Kunststoffbelag gehört, für Freizeit und Geselligkeit.
Das Gelände, seinerzeit für rund 30.000 DM erworben, dürfte heute ein Vielfaches wert sein.
Rundum erfreuliche Aspekte sollte man meinen, wenn da nicht die Frage der Pfelge und Unterhaltung wäre. Die Lösung dieser Frage ist zugleich eine Aufforderung an jüngere Vereinsmitglieder, sich für die Erhaltung des Heimes in Wörde zu engagieren.
Denn die Männer, die das seit Jahr und Tag im Interese aller BTVer machen, werden nicht jünger. Mit den freiwilligen Arbeitswochenenden sind die erforderlichen Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten nicht zu schaffen, und auch die Belegungszahlen, wenn man von den Wochenenden einmal absieht, sind durchaus steigerungsfähig. Haus Wörde, eine liebgewordene BTV-Einrichtung, aber auch ein Zuschußgeschäft.



